🥾💚 Voralpsee – 5 Kilometer, 250 Fotos und zwei Augen mehr zum Entdecken
Es ist Sonntag.
Und nach unserem ziemlich ereignisreichen Samstag lassen wir den Morgen erst einmal ganz gemütlich angehen.
Kein Wecker, der uns aus dem Bett prügelt. Kein „Wir müssen los!“. Kein minutiös durchgetakteter Wanderplan.
Einfach Sonntag. ❤️
Nur hat dieser Sonntag ein kleines Problem:
Das Wetter ist viel zu schön, um drinnen zu bleiben. 😏☀️
Und wenn draussen die Sonne scheint, irgendwo ein Wald wartet und meine Wanderschuhe mich praktisch schon vorwurfsvoll anschauen, dauert es erfahrungsgemäss nicht besonders lange, bis mein inneres Mietzi anfängt zu kribbeln.
Also wird kurzerhand beschlossen:
Wir gehen raus.
Wohin?
Das weiss einer von uns.
Der andere nicht. 🤣
Mein Schatz wird nämlich wieder einmal entführt.
Ich mache das inzwischen ausgesprochen gerne – und das Schöne daran ist: Er liebt es. ❤️
Und natürlich kommt auch unser neuestes Mitglied der Wandertruppe mit.
🦜 Willi Wanderbein.
Kaum im Team und schon keine Chance mehr auf ein ruhiges Wochenende.
Willkommen bei uns, Willi. 😂
🚗 Überraschungsziel Voralpsee
Oben angekommen ist schnell klar, dass wir nicht die Einzigen mit der Idee waren, diesen wunderschönen Sonntag draussen zu verbringen.
Der Parkplatz ist bereits ziemlich gut gefüllt.
Also schnell Ticket lösen, Rucksack schnappen, Kamera bereitmachen – und los geht’s.
Schon der Weg Richtung See gefällt meinem Schatz.
Ich beobachte ihn und muss innerlich grinsen.
Wenn der wüsste, was heute noch alles auf ihn wartet. 😏
Auf dem Weg ist ordentlich Betrieb. Fussgänger, Velofahrer, Menschen überall. Direkt beim See gibt es schliesslich auch ein kleines Restaurant, also ist das nicht weiter überraschend.
Meine Hoffnung liegt woanders.
Wir haben die guten Schuhe an.
Und um den Voralpsee führen unterschiedliche Möglichkeiten.
Was bedeutet das für Mietzi?
Natürlich.
Wir nehmen den abenteuerlicheren Weg. 😂🥾
Ich hoffe also darauf, dass es dort etwas ruhiger wird.
Raus aus dem Wald, der Blick öffnet sich und dann:
TADAAAAAAAA! 💚
Da liegt er.
Der Voralpsee.
Also …
… theoretisch.
Ich schaue.
Mein Schatz schaut.
Ich schaue noch einmal.
Äääähm.
Wo ist das Wasser?! 🤣
💧 Wer hat bitte den See geklaut?
Ganz im Ernst.
WER HAT DAS WASSER GEKLAUT?!
Waren es die Rehe?
Die Hirsche?
Hat nachts jemand heimlich den Stöpsel gezogen?
Gut, der Sommer war wirklich übel trocken. Aber geregnet hat es zwischendurch doch auch!
Nun ja.
Aus dem See ist momentan eher … sagen wir …
ein Tümpel mit sehr grossen Ambitionen geworden. 😂
Aber wisst ihr was?
Dann ist das eben so.
Wir sind hier, die Sonne scheint, wir haben Zeit und der Wald rundherum sieht wunderschön aus.
Und ausserdem dauert es ungefähr drei Minuten, bis ich sowieso ein viel grösseres Problem habe:
🍄.
Pilze.
ÜBERALL.
PILZE.
🍄 SCHLUMPFHAUSEN IST WIEDER DAAAAA!
Leute.
So. Viele. Pilze.
Ich weiss überhaupt nicht, wo ich zuerst hinschauen soll.
Links einer.
Rechts drei.
Da hinten noch einer.
Zwischen Moos und Blättern wieder einer.
Gross, klein, braun, hell, rund, schirmförmig – und einer schöner als der andere.
Gefühlt stehen hier bald mehr Pilze als Bäume. 🤣🍄
Ich bin im Paradies.
Meine Augen sind überfordert.
Meine Kamera wahrscheinlich auch.
Und unser mittlerweile bestens bekannter Wander-Dialog nimmt wieder Fahrt auf:
„Schatz, schau mal!“
„Hast du DEN gesehen?“
„Ooooooh wow!“
„Oh mein Gott!“
„DA IST NOCH EINER!“
Und irgendwann natürlich:
„SCHLUMPFHAUSEN IST WIEDER DAAAAA!“ 😂🍄💚
Wir schauen.
Wir knipsen.
Wir gehen fünf Meter.
Wir bleiben wieder stehen.
Wir knipsen.
Wir staunen.
Wir vergessen komplett die Zeit.
Und irgendwo zwischen Moos, Farnen, alten Wurzeln und gefühlt Pilz Nummer 847 passiert dann etwas, womit ich nun wirklich nicht gerechnet hätte.
Mein Schatz ruft:
„Hey! Der Pilz da! Warum hast DU den nicht gesehen?“
Moment.
Wie bitte?
ICH?
EINEN PILZ?
ÜBERSEHEN?!
😳
❤️ Damit du ihn für mich sehen kannst
Ich drehe mich um und schaue auf den Boden.
Und tatsächlich.
Da steht er.
Ein richtiges Prachtexemplar. 🍄
Mitten im Grünen.
Nicht versteckt.
Nicht winzig.
Nicht irgendwie getarnt.
Der steht da praktisch mit Leuchtreklame:
HALLO MIETZI, ICH BIN EIN PILZ.
Und ich habe ihn nicht gesehen. 🤣
Ich war nämlich so sehr auf ein wunderschön buntes Blatt fixiert, dass mein gesamtes Pilzradar offenbar für einen Moment ausser Betrieb war.
Ich muss grinsen.
Und antworte:
„Na, damit DU ihn für mich sehen kannst und ich dir Danke sagen kann.“
Aaaaaaaaaaaaaaaaaawwwwwww. 🥹❤️
Und genau solche Momente liebe ich inzwischen so sehr.
Jahrelang war ich mit meiner Kamera meistens alleine unterwegs.
Ich habe alleine gesucht, alleine entdeckt, alleine irgendwo im Gebüsch gehockt und mich über Dinge gefreut, an denen vermutlich 95 Prozent der Menschheit einfach vorbeilaufen würden.
Und heute?
Heute läuft da jemand neben mir, der plötzlich ruft:
„Schatz, guck mal!“
Und manchmal macht es mir inzwischen fast noch mehr Freude, wenn er etwas entdeckt, als wenn ich es selbst sehe.
Weil wir uns dann gemeinsam darüber freuen.
Weil aus meinem Entdecken plötzlich unser Entdecken geworden ist. ❤️
Allerdings muss ich an dieser Stelle dringend eine Warnung aussprechen:
GEBT DIESEM MANN NIEMALS EINE KAMERA.
Sonst findet er irgendwann alles selbst, fotografiert es auch noch selbst und mein kompletter Lebensinhalt ist gefährdet. 🤣🤣🤣
Zum Glück hat er eine andere Aufgabe gefunden.
Er dreht kleine Filmchen.
Und die sind richtig genial geworden.
Denn während meine Fotos einzelne Augenblicke festhalten, kleine Details herauspicken und für einen Moment die Zeit anhalten, nimmt sein Film die ganze Umgebung mit.
Die Bewegung.
Den Weg.
Den Wald.
Das Gefühl, mittendrin zu sein.
Der Film saugt die Umgebung auf – meine Fotos sammeln die kleinen Details darin.
Eigentlich ergänzen wir uns damit ziemlich perfekt. 🥹📸🎥❤️
🦗 „Hoffentlich beisst das nicht!“
Nach dem Weg am See machen wir uns langsam wieder auf Richtung Parkplatz.
„Langsam“ ist allerdings relativ.
Denn der Rückweg ist landschaftlich genauso abwechslungsreich.
Und natürlich:
PILZE.
Schon wieder.
Überall.
Her damit.
Ich nehme sie ALLE. 🤣🍄📸
Einer wächst schöner im Grün als der andere und ich schwanke permanent zwischen Staunen, Kreischen und Fotografieren.
Bis plötzlich mein Mann stehen bleibt.
„Oh Gott, Schatz … das Ding ist RIESIG! Hoffentlich beisst das nicht!“
😳
Bitte WAS?
Mein Puls steigt vorsichtshalber schon einmal ein bisschen.
Ich schaue.
Nichts.
„Wo?!“
„DA!“
Ich schaue.
Nichts.
„JAAAA WO?!“
„DAAAAAAA!“
Und dann sehe ich sie.
AAAAAAAAAAAH!
GRÜN.
Und wirklich verdammt gross.
Irgendeine Heuschreckenart?
Keine Ahnung.
Aber Goliath lässt grüssen. 😂🦗
Die spätere Bestimmung ergibt:
Zwitscherschrecke.
In diesem Moment interessiert mich allerdings hauptsächlich eines:
Kamera raus.
Model entdeckt.
Los geht’s.
Bevor Madame beschliesst, davonzuhüpfen.
Hinter mir höre ich meinen Schatz:
„Hoffentlich springt sie uns nicht an …“
🤣🤣🤣
Ich kann nicht mehr.
Und gleichzeitig könnte ich ihn genau dafür fressen.
Denn ja – wenn dieses riesige grüne Ding plötzlich in unsere Richtung geflogen wäre, hätte vermutlich auch ich erst einmal einen Ton von mir gegeben, den man noch drei Täler weiter gehört hätte.
Aber genau solche Situationen mit ihm sind einfach herrlich.
🕷️ „Da jagt sie sie einfach quer durch den Wald …“
Grüntier im Kasten.
Zurück aus dem Gestrüpp.
Füsse wieder auf Kies.
Zehn Sekunden Frieden.
Dann:
„Schatz! Da! Spinne!“
ICH:
„WOOOOOOOO?!“
ER:
„DAAAAA!“
Und damit beginnt die nächste Folge von:
Mietzi verliert für ein Foto jegliche Würde. 🤣📸
Das Vieh bleibt nämlich gefühlt jeweils ungefähr eine halbe Sekunde stehen.
Also folgt Mietzi.
In einer Körperhaltung, die irgendwo zwischen Affe, Krabbe und Fotograf mit akutem Jagdtrieb liegt.
Einmal hierhin.
Dann dorthin.
Wieder runter.
Noch einen Schritt.
NEIN, BLEIB STEHEN!
Und aus dem Hintergrund höre ich trocken:
„Da jagt sie sie einfach mal quer durch den Wald für ein Foto …“
🤣🤣🤣🤣
Ja.
Genau das tue ich gerade.
Irgendwann landet der Achtbeiner auf einem Stein.
Und diesmal bin ich schneller.
KNIPS.
DRIN!
Später ergibt die Bestimmung:
Eine Wolfsspinne. 🕷️
Irgendwie hübsch.
Und irgendwie gleichzeitig ein kleines bisschen gruselig.
Ich zeige meinem Schatz stolz das Foto.
Seine Reaktion:
„IIIIIH! IST DIE GROSS!“
Najo.
Auf dem Foto. 🤣
Am Boden war sie eigentlich ziemlich klein.
Und wieder könnte ich ihn fressen.
Denn das ist doch das Beste daran:
Er entdeckt mir ausgerechnet das Tier, vor dem es ihm selbst graust – und bleibt trotzdem tapfer bei mir, bis Mietzi ihre Spinne im Kasten hat. 🥹❤️
😳 Was flattert denn DA?!
Ihr denkt, das war’s?
PUSTEKUCHEN.
Pilze.
Schon wieder.
Natürlich fotografiere ich sie.
Alle.
Ich habe schliesslich einen Ruf zu verlieren. 😂🍄
Und dann zeigt mein Schatz plötzlich hinter meinem Rücken irgendwohin.
„Guuuuck! Was ist das?“
Natürlich suche ich erst einmal wieder in komplett falscher Richtung.
Bis ich sehe, dass da etwas um eine Blüte herumflattert.
Gross.
Schnell.
SEHR schnell.
KREIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIISCH!
WAS IST DAS?! 😳
Kamera hoch.
Einstellungen.
Fokussieren.
Los!
Es ist ein Taubenschwänzchen – auch Kolibrischwärmer genannt.
Und ich meine tatsächlich, dass ich noch nie zuvor eines gesehen habe.
Dieses kleine Ding steht beinahe in der Luft, während seine Flügel so schnell schlagen, dass man mit blossem Auge kaum hinterherkommt.
Aber dafür gibt es ja Kameras. 😏📸
Die richtigen Einstellungen.
Ein bisschen Glück.
KNIPS.
ICH HAB ES!
Und wenn ihr wissen wollt, wie sich eine erwachsene Frau in diesem Moment freut:
Stellt euch ein kleines Kind an Weihnachten vor.
Nur mit Wanderschuhen und Kamera. 🤣🥹📸
Und an dieser Stelle muss ich einfach Danke sagen.
Danke für deine verdammt guten Augen.
Danke dafür, dass dein Blick inzwischen überall gleichzeitig zu sein scheint.
Und vor allem Danke für diese ehrliche Freude, mit der du jeden Fund mit mir zusammen feierst. ❤️
Ich dachte lange, Fotografieren sei mein Hobby.
Inzwischen habe ich offenbar einen persönlichen Natur-Spotter eingestellt.
Bezahlung:
Küsse und Wandersnacks. 🤣❤️
📸 5,4 Kilometer. 280 Fotos. Alles normal.
Wir sind zu diesem Zeitpunkt übrigens NOCH NICHT zurück.
Und die Kamera zeigt bereits:
über 200 Fotos.
Auf nicht einmal ganz 5 Kilometern.
Ja.
Ich weiss.
Mädel, such dir ein Hobby.
ICH HAB DOCH EINS!!!
ES IST NUR ETWAS SPEICHERKARTENINTENSIV!!! 🤣🤣🤣📸
Am Ende werden es auf gerade einmal 5,4 Kilometern rund 280 Bilder.
Wer macht so etwas?
Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiier! 🙋♀️🤣
Aber hey:
Nach Sortieren und Löschen waren es nur noch ungefähr 250.
Ich finde, das zeugt von enormer Selbstbeherrschung.
😂
🌲 Hier haben Waldgeister Mikado gespielt
Auf dem letzten Stück Richtung Parkplatz gibt es selbstverständlich noch …
MOOOOOH🐄 FOTOS!
Kühe.
Fotos.
Natürlich.
Was denn sonst? 🤣💚
Und direkt beim Parkplatz können wir es wieder einmal nicht lassen.
Da ist Wald.
Also müssen wir da rein.
Nur ein kleines Stück.
Weit kommt man ohnehin nicht.
Denn dort sieht es aus …
Leute.
Ich kann es gar nicht anders beschreiben.
Bäume liegen kreuz und quer.
Stämme stapeln sich übereinander.
Moos überzieht Steine und Totholz.
Dazwischen stehen die hohen, geraden Fichten, während irgendwo hinten das Licht durch den Wald fällt.
Wild.
Chaotisch.
Wunderschön.
Und mein einziger Gedanke ist:
Hier haben nachts Waldgeister Mikado gespielt. 🌲🤣
Und offenbar waren sie schlecht darin.
Denn sie haben einfach alles liegen lassen.
Aber genau deshalb ist dieser Flecken Wald so unglaublich schön.
Nichts wirkt aufgeräumt.
Nichts zurechtgelegt.
Nichts muss perfekt aussehen.
Die Natur darf hier einfach Natur sein.
Ein bisschen wild.
Ein bisschen durcheinander.
Und wunderschön genau deshalb. 💚
❤️ Ein Wochenende, das sich nach viel mehr anfühlt
Irgendwann müssen wir dann tatsächlich zurück zum Auto.
Voller Eindrücke.
Voller Sonne.
Mit müden Beinen.
Mit ungefähr einer Million Pilzen im Kopf.
Mit einer Zwitscherschrecke, einer Wolfsspinne und einem Taubenschwänzchen auf der Speicherkarte.
Und vor allem mit unglaublich vielen Lachern im Gepäck. ❤️
Damit geht ein Wochenende zu Ende, das sich irgendwie viel grösser angefühlt hat als nur zwei Tage.
Ich bin glücklich.
Erfüllt.
Und gleichzeitig schon wieder ein bisschen traurig, weil es vorbei ist.
Aber das nächste Wochenende kommt bestimmt. 😏🥾
Und solange das Wetter uns gerade so herrlich wenig enttäuscht, werden wir genau das tun:
Raus.
So oft es geht.
So lange es geht.
Gemeinsam schauen.
Gemeinsam staunen.
Gemeinsam entdecken.
Und vermutlich weiterhin auf fünf Kilometern mehrere hundert Fotos produzieren. 🤣📸❤️
Denn vielleicht braucht es manchmal gar keine riesige Tour.
Manchmal reichen ein Wald, ein fast verschwundener See, ein Haufen Pilze, ein paar ziemlich gut versteckte Tiere – und ein Mensch neben dir, der plötzlich sagt:
„Schatz, guck mal!“
Und du weisst schon, bevor du dich überhaupt umdrehst:
Da wartet wieder irgendetwas Kleines, Grosses, Schönes, Seltsames oder völlig Unerwartetes darauf, entdeckt zu werden. 🥹💚
Und genau dafür gehe ich raus.
Jetzt dürfen aber wieder die Bilder sprechen. 📸🌲🍄🦗🕷️💚
Viel Spass beim Mitwandern, ihr Lieben! ❤️
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